Faser drin — und nun?

12. April 2016

In den letzten Tagen erreichen uns vermehrt Anfragen, wie und wann es denn nun nach Einführung der Glasfaser ins Haus weiter gehe.

In der Tat ist es so, dass die Glasfaserleitung bereits in zahlreiche Häuser in Kapellen eingeführt wurde. In fast allen Fällen konnte die Mehrsparteneinführung benutzt werden, in Einzelfällen wurde das Kabel mit einer Erdrakete mit Druckluft von der Straße zur Hauswand vorgetrieben und dann dort durch eine kleine zusätzliche Bohrung ins Haus eingeführt.

Damit die Glasfaserleitung benutzt werden kann, muss nun zunächst der Hausübergabepunkt (HÜP) gesetzt werden. Der HÜP ist ein kleines „passives“ (d. h. keine Elektronik oder Stromversorgung enthalten) Kunststoffkästchen, welches in unmittelbarer Nähe des Eintrittspunktes der Glasfaserleitung — in der Regel im Keller oder Hausanschlussraum — an die Wand montiert wird. Die Glasfaser wird an einen so genannten „Pigtail“ angeschweisst („gespleißt„), und das gesamte Endstück wird dann aufgerollt in den HÜP eingesetzt. Der HÜP stellt eine Buchse für ein Lichtwellenleiter- (LWL) Patchkabel zur Verfügung.

Des Weiteren muss irgendwo im Haus der Netzabschluss (ONT) gesetzt werden. Der ONT wandelt die optischen Signale in elektrische Signale um, die an einer Standard-Ethernet-Buchse bereit gestellt werden.

Dieser ONT wird mit dem HÜP über ein LWL-Patchkabel verbunden und kann unmittelbar neben diesem, alternativ aber auch in einem Abstand von maximal 20 m vom HÜP montiert werden. Voraussetzung dafür ist, dass Sie dem ausführenden Unternehmen ein geeignetes Leerrohr, einen Kabelschacht, Wand-/Deckendurchbrüche oder einen anderen Leitungsweg zur Verfügung stellen können.

Die „Deutsche Glasfaser“ verwendet einen ONT, der aus zwei Teilen besteht: Einer passiven Grundplatte bzw. ein „Unterteil“ (FMU, Fiber Management Unit), welche(s) über ein LWL-Patchkabel mit dem HÜP verbunden wird, und dem eigentlichen aktiven ONT/Medienkonverter, welcher dann nur noch auf die FMU aufgedreht wird. Je nach Verfügbarkeit dieses „Aufsatzes“ wird Ihnen dieser ggf. erst später ausgehändigt. Der Aufsatz muss mit 230 V-Netzspannung versorgt werden, um die aktiven Komponenten zu speisen. Er sollte also in der Nähe einer Steckdose montiert werden.

Im Folgenden sehen Sie links den HÜP und rechts die FMU des ONT:

IMG_0689

Die Montage des HÜP und des ONT erfolgt in der Regel während eines einzigen Arbeitseinsatzes und dauert ca. 20-30 min., sofern beide Geräte in unmittelbarer Nähe montiert werden. Sollen HÜP und ONT räumlich getrennt montiert werden, muss zusätzlich das bis zu 20 m lange Patchkabel im Haus verlegt werden, so dass es entsprechend länger dauern würde.

Die vorgenannten Arbeiten werden Ihnen in der Regel etwa eine Woche vorher schriftlich angekündigt. Bitte unternehmen Sie auch in Ihrem eigenen Interesse alles, diesen Termin wahrnehmen zu können, damit es nicht zu Verzögerungen kommt.

Nach Ausführung der Arbeiten ist die netzseitige Installation in Ihrem Haus vollständig.

Falls Sie einen Router von der „Deutsche Glasfaser“ bestellt haben, so erhalten Sie diesen rechtzeitig vor Freischaltung Ihres Anschlusses. Alternativ verwenden Sie Ihren bereits vorhandenen Router, sofern dieser leistungsstark genug ist, um einen derart schnellen Internetanschluss zu bedienen. Der Router muss dann mit dem ONT über ein Ethernet/LAN-Patchkabel verbunden werden. Dieses Patchkabel darf maximal etwa 100 m lang sein, so dass Sie auch hier eine große Flexibilität besitzen bzgl. des Aufstellortes Ihres Routers.

Die Freischaltung Ihres Anschlusses kann erst erfolgen, wenn der Backbone den PoP in der Schubertstr. erreicht hat, sowie wenn das Ortsnetz zwischen PoP und Ihrem Haus fertig gestellt ist. Nach unseren heutigen Informationen ist mit der Freischaltung der ersten Anschlüsse in etwa sechs bis acht Wochen zu rechnen.

Tags: , , , , , , ,